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Drachenkind 1/x

"Er war ein prächtiges und ehrfürchtiges Wesen.
So groß wie ein kleines Haus.
Seine grünen Augen funkelten im dunkeln und in ihnen glomm ein leises Feuer.
Sie konnten bis auf den Grund der Seele eines Menschen blicken und vor ihnen blieb nichts verborgen.
Sein Schuppenkleid war das schönste was ich je gesehen habe.
Es leuchtete und schimmerte in einem Rubinrot, dass im Sonnenlicht wie Gold funkelte und auf seinem Rücken durch die Luft zu gleiten ist das schönste Gefühl was ich jemals erlebt habe.
Wenn er seine großen und starken Flügel öffnete und mit mir abhob fühlte ich mich unbesiegbar.
Wie ihr sicher schon erraten habt erzähle ich euch von einem Drachen."

Lächelnd blickte Kylaja in die großen Augen der Kinder in ihrem Zelt die sich um sie versammelt hatten um ihrer Geschichte zu lauschen.
"Aber es gibt doch überhaupt keine Drachen, große Kylaja, das weiß doch jeder!" rief der kleine Jades ungläubig.
"Natürlich gibt es die!" tönte es darauf gleich von der anderen Ecke des Zeltes von Luna, einem rothaarigen Mädchen, dass es liebte den Geschichten von Kylaja zu lauschen, seien sie nun war oder nicht, das war ihr egal.
Sie wünschte sich nur auch einmal ein solches Abenteuer bestehen zu dürfen von denen Kylaja immer erzählte.
Mit großen leuchtenden Augen saß sie da lauschte und malte sich aus, selbst die goße Kriegerin zu sein, die Kylaja einst gewesen sein musste.
So vieles unglaubliches musste diese schon erlebt haben, so dass sich Luna immer wieder fragte wie alt Kylaja wohl sein mochte. Sicher schon über hundert Jahre, doch konnte ein Mensch denn eine so lange Lebensspanne haben?
Wenn Luna sie nach ihrem alter fragte antortete sie nur verschwörerisch mit einem Glitzern in den Augen: "Nicht auf die Dauer des Lebens kommt es an meine Kleine, sondern auf die Orte an denen man gewesen ist."
Doch so alt konnte die große Kadja, wie man sie als ehrenvolle Kriegerin nannte, nicht sein. Sie hatte weder Falten im Gesicht, noch ergautes Haar, im Gegenteil ihr Haar leuchtete in einem rötlich bronzenen Farbton und es war so wunderbar weich und seidig. Was auch einer der Gründe war warum Luna sie so liebte, denn viele sagten ihr, dass sie der Kadja in jungen Tagen sehr ähnelte , das machte sie unglaublich stolz, denn auch diese hatte, als eine von wenigen Frauen im Tal, leuchtend rotes Haar in ihrer Kindheit gehabt.
Überhaupt verbrachte Luna jede freie Minute in der Nähe der Nähe der Kadja, denn sie wünschte sich nichts mehr als eines Tages eine genauso große Kriegerin zu werden und sich den Ehrennamen Kadja zu verdienen.
Die Kadja waren Krieger und Kriegerinnen, die sich im Dienst um das Land besonders verdient gemacht hatten.
Die meisten von ihnen zogen es vor in der Stadt in der Nähe des Königshauses oder der großen Garnison zu leben, da sie dort zum einen immer zu Diensten sein konnten wenn es eine wichtige Aufgabe zu erfüllen gäbe und zum anderen, weil es dort weitaus angenehmer zu leben war als auf dem Land.
Doch Kylaja hatte sich aus irgendeinem Grund entschieden genau in ihrem Dorf zu leben, man könne schließlich auch Boten aussenden um ihr Wichtiges mitteilen zu lassen, war die Meinung der Kadja.
Luna war darüber sehr glücklich, so konnte sie all den Geschichten lauschen die die Kadja zu erzählen hatte.
Insgeheim wünschte Luna sich von der Kadja in die Ausbildung genommen zu werden, doch wann auch immer sie danach fragte bekam sie nur: "Es ist noch nicht zeit dafür mein Liebes." , zu hören.
Langsam musste sie sich jedoch für eine Ausbildung entscheiden, schließlich war sie schon 13.
Sie wollte nicht wie die anderen Mädchen eine einfache Hausfrau, Weberin oder Töpferin werden, nein, sie war zu höherem bestimmt, das wusste sie genau!

"Die kleine, hässliche Hexe weiß doch nichtmal wovon sie spicht!" , drang es da in ihre Gedanken.
Es war Jades, der sich wie immer über sie lustig machte wenn sie Kylaja mit glühendem Eifer verteidigte.
"Jades! Hör auf so gemein zu Luna zu sein!" , schollt die Kadja ihn augenblicklich, woraufhin sich Jades schmollend in den hinteren teil des Zeltes zurück zog.
Ihr machte es nichts aus, dass Jades sie ärgerte, denn das taten fast alle Kinder des Dorfes.
Sie hänselten sie wegen ihrer roten Haare und weil sie schon immer ein gutes Stück größer gewesen war, als die anderen Kinder. Denn das Volk der Katzenmenschen war klein und gelenkig, wie eine Katze eben, doch diese Vorzüge besaß sie nicht...
Alle anderen Kinder hatten braunes bis blondes Haar, eines mit einer so auffälligen Haarefarbe wie ihrer gab es nicht, deswegen hatte sie es schwer Freunde zu finden, weil alle glaubten Luna sei verhext oder gar selber eine Hexe. Früher hatte es sie gekränkt wenn die anderen sowas über sie gesagt hatten, doch seit dem sie die Kadja Kylaja kannte machte es ihr überhaupt nichts mehr aus, denn endlich war sie nicht mehr die einzige mit rooten Haaren und dass, ausgerechnet ein Kadja mit roten Haaren zu ihnen ins Dorf kam, machte Kuna sogar fast ein wenig stolz auf ihre außergewöhnliche Haarfarbe.
Luna sagte nichts zu der Bemerkung von Jades denn sie wollte der Geschichte weiter zuhören die von Drachen und anderen wundersamen Wesen handelte, die sie selbst noch nie zu Gesicht bekommen hatte.
"Nun gut, " sagte Kylaja und wollte grade dazu ansetzen die Geschichte weiter zu erzählen als man den Lärm von Pferdehufen von darußen her vernahm und ein paar Sekunden später einer der Späher des Dorfes ins Zelt kam und nach der Kadja verlangte.
Es seien Boten im Anmarsch die wahrscheinlich zu ihr wollten, teilte der Späher ihr mit, denn sie trugen das königliche Siegel auf ihren Wappen, den Mond und den Stern.
Lächelnd fragte die Kadja ihn wozu er dann so in Eile sei wenn er doch wüsste, dass die Boten zu ihr wollten.
Mit einem nun deutlich amüsierten lächeln im Gesicht erhob sie die Kadja und schob den verdutzten Späher sanft vor sich her aus dem Zelt. Kurz bevor sie aus dem Zelt trat zwinkerte sie den Kindern noch zu und sagte:" Bleibt Ruhig sitzen, ich werde gleich wieder bei euch sein." , noch konnte niemad wissen, dass es lange Jahre dauern sollte bis sie die Kadja wieder sehen würden.
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